Das Quartett

Die lange und bewegte Geschichte des heute in
Frankfurt am Main ansässigen Hába Quartetts
erstreckt sich mittlerweile über weit mehr als ein
halbes Jahrhundert.
Im Jahre 1946 gründete der Geiger Dušan Pandula
in Prag das Hába Quartett, dessen Schwerpunkt
schon damals die Zusammenarbeit mit bedeutenden
zeitgenössischen Komponisten war (Alois Hába,
Bohuslav Martinů, Günther Bialas, Luciano Berio,
Luigi Nono, Isang Yun, Jan Kapr u.a.), deren Werke
das Ensemble auch uraufgeführt hat. Vor allem die
enge künstlerische und freundschaftliche
Verbundenheit zu dem wichtigsten Komponisten der
mikrotonalen Musik – Alois Hába, dem Namensgeber
des Quartetts – führte dazu, dass der Komponist die
letzten zwölf seiner siebzehn Quartette dem
Ensemble widmete.
Als im Zuge der kommunistischen Kulturpolitik der
fünfziger Jahre Alois Hába in politische Ungnade fiel,
geriet das Hába Quartett unter Druck und musste sich,
um weiterhin internationale Karriere fortsetzen zu
können, in Novák Quartett umbenennen. Dies hinderte
das Ensemble jedoch nicht, weiterhin Werke von Alois
Hába so oft wie möglich aufzuführen.
1968, nach der Übersiedlung Dušan Pandulas in die
Bundesrepublik Deutschland, löste sich das Quartett
auf, wurde aber dann sechzehn Jahre später 1984 in
Frankfurt wieder durch ihn, diesmal zusammen mit
seinem Schüler Peter Zelienka, neu gegründet.
Das heutige Hába Quartett, das seit mehr als einem
Jahrzehnt in unveränderter Besetzung spielt (Sha
Katsouris und Hovhannes Mokatsian, Violinen, Peter
Zelienka, Viola und Arnold Ilg, Violoncello), versteht
sich als direkter Nachfolger und Träger der
langjährigen Hába Quartetttradition mit der Aufgabe,
die Werke von Alois Hába dem Publikum mit größter
Authentizität zugänglich zu machen.
Das Ensemble zeichnet sich durch ein alle Epochen
umfassendes Repertoire aus, das auch selten
gespielte Werke beinhaltet. Die CD-Einspielungen der
Werke von Nikolaj Roslawez, Leoš Janáček und
Bedřich Smetana fanden bei der Presse eine große
Resonanz. Die Vielseitigkeit und interpretatorische
Stilsicherheit des Hába Quartetts wurde durch
intensive Konzerttätigkeit im In-und Ausland,
Rundfunkaufnahmen und Auftritte bei bedeutenden
Festivals, u.a. in Salzburg, Graz, München, Hannover,
Berlin, Darmstadt ,Den Haag und Prag immer wieder
unter Beweis gestellt.
Bei einer erfolgreichen Konzertreise nach China
widmete sich das Ensemble auch einer intensiven
Lehrtätigkeit.
Seit 2002 hat das Hába Quartett eine eigene
Konzertreihe in der Johanniskirche in Kronberg/Ts.
Seine neuesten Projekte sind die Gesamtaufnahmen
der Streichquartette von Alois Hába und der
Flötenquartette von Wolfgang Amadeus Mozart mit
dem Flötisten Sebastian Wittiber, die demnächst
erscheinen werden.

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